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Klimarappen zur Umsetzung des Energiekonzepts 2000

Postulat
Eva Schlegel und Urs Böni, namens der SP-Fraktion; Jürg Altwegg, namens der Grünen/AL-Fraktion; Michael Zeugin, Ruth Kleiber und Herbert Iseli, namens der EVP/EDU/GLP-Fraktion
18.06.2007

Der Stadtrat wird eingeladen, mit einem Klimarappen pro KWH verkauftem Atomstrom das Energiekonzept 2000 umzusetzen. Das Geld soll für Forschung und Entwicklung erneuerbarer Energie, Energiesparprojekte, Reduktion des CO2 verbrauchs und zur Motivierung und Sensibilisierung von Bevölkerung, Wirtschaft und städtischen Betrieben eingesetzt werden.

Begründung:
Winterthur ist seit 1993 im Klimabündnis, einem Programm für Energieeffizienz und Förderung erneuerbarer Energie.1999 wurde Winterthur dank seines Einsatzes in diesen Bereichen als Energiestadt Vorzeige- und seit 2002 Energielabelstadt.

Bereits 2000 war durch eine Energiefachgruppe im Auftrag des damals bürgerlich dominierten Stadtrats ein umfassendes und detailliertes Energiekonzept erstellt und in Folge daraus Ziele formuliert worden. Es wurde festgehalten, dass bei Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum der Energieverbrauch pro Kopf sinken soll. Die Energieeffizienz soll gesteigert, die CO2-Emissionen sollen reduziert werden. Es ist seither erklärtes Ziel dieser Stadt, den Gesamtenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 um 14% zu senken. Im Bereich Industrie z.Bsp. soll die Reduktion in diesem Zeitraum um 20%, in Dienstleistungen, Gewerbe und Handel um 25%, in privaten Haushalten um 14%, im Verkehr 20% betragen.

Tatsache ist aber: anstatt abzunehmen steigt der Energieverbrauch jährlich massiv. Seit 2000 ist der Stromverbrauch um satte 12,4% gestiegen. Die Stadt ist weit davon entfernt, die gesteckten Ziele auch nur ansatzweise zu erreichen. Auch ist sie zwar Label- Stadt. Momentan liegt sie aber im Vergleich mit allen Schweizer Labelgemeinden lediglich an 29. Stelle. Ebenfalls bleibt der Pro Kopf Verbrauch an Energie nach wie vor gleich hoch.

Soll das Energiekonzept nicht zur Farce werden, besteht dringender Handlungsbedarf. Eine Verbesserung der Ökobilanz und eine Reduktion des Atomstromverbrauchs muss Ziel aller Energiebezüger und - verbraucher sein Eine Finanzierung dieses Ziels darf nicht ausschliesslich der Freiwilligkeit einiger energiebewusster Ökofreaks überlassen werden.

Der bestehende Klimafond soll zusammen mit dem generellen Klimarappen Mittel zur Verfügung stellen, die rasches und wirksames Handeln zur Erreichung der Stadtratsziele ermöglichen. Mit den hohen Betriebsreserven beim Strombereich ist das rasch umsetzbar. Mit dem Fonds könnte Winterthur sich mit der Erforschung und Entwicklung erneuerbarer Energie -zB durch die Einrichtung eines Think Tanks an der ZHW- profilieren, damit zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und sich einen Namen als Vorreiterstadt machen.

Eva Schlegel, Urs Böni

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