Wichtiger Schritt in Richtung Familienstadt

SP Bezirk Winterthur

Die SP ist erfreut über die vorgeschlagenen Anpassungen in der Kita-Verordnung, für die sie den Anstoss gegeben hat. Die Erhöhung bei den maximalen Einkommensgrenzen führt dazu, dass auch Familien mit mittleren Einkommen bei den Betreuungskosten entlastet werden. Ebenso begrüsst die SP, dass zukünftig auf Praktikumsplätze verzichtet werden soll. 

Die Anpassung, mit der in Zukunft mehr Familien bei den Betreuungskosten entlastet werden, geht auf eine Motion der SP zurück. „Dass der Stadtrat bereit ist, den städtischen Beitrag für die Kinderbetreuung zu erhöhen, ist zeitgemäss und erfreulich“, erklärt Gemeinderätin und Motionärin Gabi Stritt. „Die Betreuungskosten sind für viele Familien nicht tragbar und ein grosses Hindernis bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“ Die Attraktivität der familienexternen Kinderbetreuung ist vor allem bei Familien mit mehreren Kindern wesentlich zurückgegangen. Die Tarife vieler Kinderkrippen sind in den letzten Jahren angestiegen und lediglich in 20 Prozent der Betreuungsinstitutionen wird der vom Stadtrat festgelegte Maximalbeitrag von Fr. 107.- nicht überschritten. Somit leisten auch Eltern, welche Anspruch auf Subventionen haben, oft einen Zusatzbeitrag. Als Folge werden Kinder mit subventionierten Krippenplätzen heute vorwiegend in Krippen mit tiefen Tarifen betreut. „Dies ist schlecht für die soziale Durchmischung und schlecht für die Förderung der Kinder. Zum Beispiel beim Erlernen der Sprache“, ergänzt Gabi Stritt.

Die SP unterstützt ausserdem den Vorschlag des Stadtrates, Praktikumstellen in Winterthurer Krippen mit einer Leistungsvereinbarung zu unterbinden. Noch immer absolvieren über 80 Prozent der Lernenden in Kinderkrippen vor der Lehre ein ein- bis zweijähriges Praktikum. „Die Gefahr, dass die Praktikant*innen als günstige Arbeitskräfte ausgenutzt werden, ist hoch. Auf Kantonsebene wurden bereits Richtlinien erlassen, die solchen Praktika enge Grenzen setzen. Dass hier Winterthur mitzieht, setzt ein wichtiges Zeichen für die Anstellung von Lernenden im Anschluss an die Schule“, stellt Gemeinderätin Regula Keller fest.

Nach wie vor werden in Winterthur wesentlich weniger Kinder im Vorschulalter in einer Kindertagesstätte betreut als beispielsweise in Zürich. Die vorliegende Umsetzungsvorlage erachtet die SP als ausgewogen, angemessen und sinnvoll. „Die Einkommensgrenzen hätten höher ausfallen können, in Anbetracht der finanziellen Situation der Stadt ist der Vorschlag ein Mittelweg“, meint Gabi Stritt.